Resiliente Demokratien stehen auf mehreren Säulen wie starken Institutionen, eine aktive, kritische, solidarische Bürgerschaft sowie die Fähigkeit zu kollektivem Handeln. Im Gegensatz zum traditionellen Konzept der wehrhaften Demokratie, das eher die Autoimmunität der Demokratie und notfalls die Abwehr ihrer Feinde mithilfe von nicht mehr unstrittig demokratischen Methoden erfasst, setzt demokratische Resilienz auf die Selbstwirksamkeit, Selbstkorrektur und Weiterentwicklung der Volksherrschaft.
Zentrale Merkmale resilienter Demokratien sind:
Die Projekte im Profilfeld „Resiliente Demokratien“ untersuchen Bedrohungen und Gefahren für demokratische Systeme wie Desinformation, extremistische Ideologien, affektive Polarisierung und Antisemitismus. Sie liefern einen Beitrag zur Analyse von Krisensymptomen, Fehlentwicklungen und Reformbedarf in Demokratien in und außerhalb Europas und reflektieren den geopolitischen Druck, der durch die globale Tendenz zur Autokratisierung entsteht.
In fakultätsübergreifenden und interdisziplinären Verbundprojekten werden Risiken und Potenziale von digitalen Informations- und Kommunikationstechniken, künstlicher Intelligenz und/oder Verschwörungsmythen ausgelotet. Die beteiligten Forschenden wollen überdies ein vertieftes Verständnis dafür fördern, dass demokratische Resilienz neben digitaler Medienkompetenz vor allem auch folgende Fähigkeiten erfordert: das Aushalten von Widersprüchen (Double Binds) sowie den Umgang mit Unsicherheit und Mehrdeutigkeiten (Ambiguitätstoleranz).