Das Symposium widmete sich den Chancen einer starken europäischen Wirtschaftspolitik und der Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit für Innovation, Wachstum und unternehmerische Dynamik. Vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Europapolitik, Wissenschaft und Wirtschaft darüber, wie Europa bestehende Potenziale künftig noch besser nutzen kann.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Angelika Niebler, Präsidentin des Wirtschaftsbeirats Bayern und EU-Parlamentarierin (CSU), die in ihrer Ansprache die Notwendigkeit einer strategisch stärkeren und unabhängiger aufgestellten europäischen Wirtschaft betonte. Entscheidend hierfür sei angesichts der großen Herausforderungen die Änderungsbereitschaft und das Engagement der Menschen sowie die Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit.
Dank ihrer geografischen Lage im Dreiländereck bot sich die Universität Passau als Ort für die Debatte an. Universitätspräsident Prof. Dr. Jan Hendrik Schumann betonte in seinem Grußwort: „Dass der Wirtschaftsbeirat Bayern die Universität Passau als Veranstaltungsort gewählt hat, ist für uns eine große Ehre – und ein starkes Zeichen für die Bedeutung unserer Grenzregion als Wirtschafts- und Innovationsraum.“ Zugleich hob er die Rolle der Universität als Partnerin und Impulsgeberin für Wirtschaft und Gesellschaft hervor. Mit ihren Schwerpunkten in den Wirtschafts-, Rechts-, Kultur- und Informatikwissenschaften sowie ihrer starken internationalen Ausrichtung begreift sich die Universität Passau als Plattform, um den Dialog zwischen Forschung, Politik und Wirtschaft in der Region, aber auch darüber hinaus aktiv mitzugestalten.
Hauptredner des Bayerischen Wirtschaftstages war Manfred Weber, Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei sowie Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. Er sprach über die wirtschafts- und europapolitischen Rahmenbedingungen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Europa und unterstrich den wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf.
Einen wissenschaftlichen Impuls setzte anschließend Prof. Dr. Carolin Häussler, Inhaberin des Lehrstuhls für Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship an der Universität Passau sowie stellvertretende Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung. In ihrem Vortrag „Wachstum zulassen: Bremsklötze für Innovationen beseitigen“ zeigte sie auf, welche strukturellen Voraussetzungen notwendig sind, um Innovationskraft und Unternehmertum nachhaltig zu stärken.
Als Ausgangspunkt der anschließenden Diskussionsrunde diente die Wirtschaftsregion im Dreiländereck von Niederbayern, Oberösterreich und Südböhmen als Vorbild: Durch die Grenzöffnung zu Tschechien vor 35 Jahren sowie die EU-Beitritte Österreichs und Tschechiens vor mehr als zwei Jahrzehnten wird Europa in der grenzübergreifenden wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit täglich gelebt – mit allen Chancen und Herausforderungen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien sprachen zum Abschluss darüber, wie aus ihrer Sicht entscheidende Weichen in der Zusammenarbeit für grenzüberschreitendes Wachstum und Innovationen gesetzt werden können: Dr. Irene Bader, als Vorständin des Werkzeugmaschinenherstellers DMG Morie mit Firmensitz in München sowie Tokio; Johannes Huber als Geschäftsführer des Modehauses Garhammer GmbH aus der Sicht eines regionalen Traditionshandelsunternehmers; Dagmar Škodova Parmová als Oberbürgermeisterin der Stadt Budweis sowie Pierre Bilgeri als CEO&CFO der Wintersteiger Holding AG, einer international tätigen Maschinen- und Anlagenbaugruppe aus Ried im Innkreis (Oberösterreich). Die Moderation übernahm der stellvertretende Chefredakteur der Mediengruppe Bayern Alexander Kain.