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Tourismus braucht Rückhalt: CENTOURIS untersucht Bevölkerungsperspektive in Linz

Tourismus wird häufig an Gästezahlen, Nächtigungen oder wirtschaftlichen Effekten gemessen. Für die langfristige Entwicklung einer Destination ist jedoch eine weitere Perspektive entscheidend: Wie nehmen die Menschen vor Ort den Tourismus wahr? Wird er als Bereicherung empfunden – oder entstehen Belastungen, die Akzeptanz und Lebensqualität beeinträchtigen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Tourismusbewusstseinsstudie, die CENTOURIS, das Institut der Universität Passau, im Auftrag von Linz Tourismus durchführt.

| Lesedauer: 3 Min.

(v.l.n.r.) Dr. Stefan Mang, Geschäftsführer CENTOURIS, Brigitte Franz, Projektleiterin CENTOURIS, Doris Lang-Mayerhofer, Stadträtin für Kultur, Tourismus und Kreativwirtschaft, Dieter Recknagl, Aufsichtsratsvorsitzender von Linz Tourismus, Marie-Louise Schnurpfeil, Geschäftsführerin Linz Tourismus ; Foto: Linz Tourismus

(v.l.n.r.) Dr. Stefan Mang, Geschäftsführer CENTOURIS, Brigitte Franz, Projektleiterin CENTOURIS, Doris Lang-Mayerhofer, Stadträtin für Kultur, Tourismus und Kreativwirtschaft, Dieter Recknagl, Aufsichtsratsvorsitzender von Linz Tourismus, Marie-Louise Schnurpfeil, Geschäftsführerin Linz Tourismus ; Foto: Linz Tourismus

Mit dem Ziel, Wahrnehmung, Akzeptanz und Wirkung des Tourismus in der Bevölkerung sichtbar zu machen und damit eine fundierte Grundlage für die weitere Destinationsentwicklung zu schaffen, wurden Bewohnerinnen und Bewohner ab 15 Jahren in Linz sowie in den umliegenden Gemeinden Ansfelden und Kirchschlag befragt. Die Ergebnisse zeigen ein ausgesprochen positives Stimmungsbild: Mehr als 70 Prozent der Befragten bewerten die Auswirkungen des Tourismus auf die Destination Linz als überwiegend oder eher positiv. Der Tourismusakzeptanzsaldo, der positive und negative Bewertungen gegenüberstellt, liegt bei einem sehr guten Wert von +68. Eine Überlastung durch Tourismus wird kaum wahrgenommen: Nur 0,3 Prozent der Befragten sprechen von zu vielen Touristinnen und Touristen.

„Tourismusakzeptanz entsteht nicht automatisch. Sie hängt stark davon ab, ob die Bevölkerung konkrete Mehrwerte erkennt und ob touristische Entwicklung mit Lebensqualität vor Ort verbunden wird“, sagt Dr. Stefan Mang, Geschäftsführer von CENTOURIS. „Die Ergebnisse in Linz zeigen eine sehr gute Ausgangssituation – und zugleich, wie wichtig es ist, solche Entwicklungen regelmäßig zu beobachten und datenbasiert weiterzudenken.“

Warum Tourismus in Linz so positiv wahrgenommen wird, zeigt sich besonders deutlich bei den Mehrwerten für Einheimische. „Die Ergebnisse zeigen ganz klar: Tourismus kommt in Linz richtig gut an. Besonders spannend ist aber die Frage, warum das so ist. Unsere Auswertung macht deutlich, dass Tourismus von den Einheimischen nicht nur als Angebot für Gäste wahrgenommen wird, sondern auch als Impuls, der die eigene Lebensqualität in der Stadt stärkt“, sagt Brigitte Franz von CENTOURIS.

So sehen 67 Prozent der Befragten mehr kulturelle Veranstaltungen als Vorteil für die Einheimischen. Jeweils 54 Prozent nennen ein vielfältigeres gastronomisches Angebot, bessere Freizeitmöglichkeiten sowie eine belebtere Innenstadt und mehr Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Tourismus wird damit nicht nur als Wirtschaftsfaktor sichtbar, sondern auch als Impulsgeber für Aufenthaltsqualität, Stadtentwicklung und Lebensqualität.

Für Linz Tourismus ist die Studie Teil der Destinationsstrategie 2030. Die Ergebnisse sollen künftig regelmäßig fortgeschrieben werden, um Entwicklungen vergleichbar zu machen und Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln. Neben der hohen Akzeptanz zeigen die Daten auch konkrete Handlungsfelder auf, etwa bei der Information und Einbindung der Bevölkerung sowie bei der Bekanntheit und Nutzung einzelner touristischer Angebote.

Die Studie macht damit deutlich, welchen Beitrag empirische Forschung für eine reflektierte Tourismusentwicklung leisten kann. Sie zeigt nicht nur, ob Tourismus akzeptiert wird, sondern auch, warum dies der Fall ist, welche Erwartungen bestehen und wo mögliche Spannungsfelder frühzeitig erkennbar werden. Gerade in Zeiten, in denen vielerorts über die Balance zwischen touristischer Attraktivität, Lebensqualität und nachhaltiger Entwicklung diskutiert wird, gewinnt diese Bevölkerungsperspektive an Bedeutung.

„Am Beispiel Linz zeigt sich: Erfolgreiche Tourismusentwicklung braucht nicht nur attraktive Angebote für Gäste, sondern auch Rückhalt in der Bevölkerung“, fasst Brigitte Franz zusammen. „Die Tourismusbewusstseinsstudie liefert dafür eine belastbare Grundlage und verbindet wissenschaftliche Analyse mit konkretem Praxisnutzen für die Weiterentwicklung der Destination.“

Zur Studie

Die Tourismusbewusstseinsstudie Destination Linz 2026 wurde von CENTOURIS im Auftrag von Linz Tourismus durchgeführt. Ziel war es, Wahrnehmung, Akzeptanz und Wirkung des Tourismus in der Bevölkerung sichtbar zu machen. Der Befragungszeitraum lief von 29. Januar bis 9. März 2026. Die Studie umfasst eine gewichtete Auswertungsbasis von 536 Fällen.

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