„TraUBe“ (Transformation universitärer Bildungsräume) ist ein Projekt der Uni Passau zur Stadt- und Regionalentwicklung, das gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern neue Ideen für die Zukunft der Stadtgemeinschaft entwickelt. Unter der Projektleitung von Prof. Dr. Christina Hansen und der Projektkoordination Prof. Dr. Andreas Eberth ist es zudem eng in Forschung und Lehre eingebunden: So lernen Studierende der Uni Passau an konkreten Beispielen transformative Arbeit in der Praxis kennen. Sie bearbeiten in Seminaren konkrete Fragestellungen der Stadt Passau sowie ihrer Bürger und bringen ihre Ergebnisse in den Austausch mit der Stadtgesellschaft ein. Auf dieser Basis werden Daten zu den Rahmenbedingungen für transformative Stadtentwicklungsprozesse erhoben und wissenschaftlich begleitet. Die Grundlage für die konkreten Fragestellungen sowie Erkenntnisse ist die Begehung des betreffenden Stadtviertels und das Gespräch mit der Stadt.
Treffpunkt für eine solche Begehung war vergangenen Donnerstag das vor wenigen Jahren neu entstandene Innstadt-Quartier rund um das Hotel Rivers in der Kapuzinerstraße, um sich einen Überblick über das von Rudolf Ramelsberger begleitete Stadtentwicklungsprojekt zu verschaffen. Das TraUBe-Projektteam tauschte sich gemeinsam mit Rudolf Ramelsberger und Johann Baumann, den beiden Vertretern der Bauherrin Innstadt-Brauerei, über die Entwicklung des Areals aus und erhielt dabei auch historische Einblicke in die Entstehung und Veränderung dieses Standorts, seiner Geschichte als zentraler Brauereistandort und seine umfunktionierte Nutzung als Wohn- und Geschäftsquartier in der heutigen Passauer Innstadt. Der Rundgang umfasste auch das historische Gebäudeensemble auf dem ehemaligen Innstadtbrauerei-Gelände auf Höhe der vorderen Kapuzinerstraße sowie Schmiedgasse und den ehemaligen Paradiesgarten, dessen Neugestaltung sich derzeit in der Planung befindet und noch nicht abgeschlossen ist. Im Mittelpunkt standen Gespräche über die historische Bausubstanz, neue Nutzungsmöglichkeiten sowie mögliche Verbindungen zum bereits umfunktionierten Innstadt-Quartier. Dabei wurde deutlich, wie eng Geschichte, Raum und zukünftige Entwicklungsperspektiven in diesem Teil der Stadt miteinander verwoben sind.
Wie bereits bei der Stadtteilbegehung in der Grünaustraße verfolgt das TraUBe-Team auch hier einen klaren Schwerpunkt: Das soziale Gefüge und die Perspektiven der Menschen, die in diesen Räumen leben, arbeiten und ihnen Bedeutung geben in die Umgestaltung optimal zu integrieren. Im Sinne dieses Projektziels standen deshalb vor allem Fragen nach Beteiligung, Wahrnehmung und kreativen Ideen zur Stadtentwicklung im Vordergrund des Austauschs.
Die Planungen für die Weiterentwicklung des historischen Areals und der umliegenden Flächen im Herzen der Passauer Innstadt seitens der Verantwortlichen für das Bauprojekt laufen derzeit weiter. Ziel ist es, die bislang weitgehend brachliegenden Flächen durch neue planerische Ansätze wieder zu einem attraktiven Beitrag für eine funktionierende und lebendige Stadtentwicklung zu machen.