Die Fortbildung näherte sich dem selbstregulierten Lernen (SRL) ganzheitlich aus verschiedenen Perspektiven und verband wissenschaftliche Grundlagen mit Erfahrungen und Anregungen aus der schulischen Praxis. Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, wie bedeutsam SRL für das Lernen im Fachunterricht und darüber hinaus ist.
Zum Auftakt eröffneten Dr. Sabrina Kufner, Dr. Hannes Birnkammerer, Michael Fuchs (Mitarbeitende am Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik der Universität Passau) und Anita Ulbrich (Mitarbeiterin beim Ministerialbeauftragten für Gymnasien in Niederbayern) Einblicke in die Grundlagen des SRL und dessen Verbindung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Der interaktive Vortrag von Iris Herman (Kompetenzzentrum für Begabtenförderung) zu Motivation und Konzentration bot weitere Anknüpfungspunkte. Insbesondere die Bedeutung überfachlicher Kompetenzen und der damit verbundene Rollenwechsel der Lehrkraft standen im Mittelpunkt: Wie können Lehrkräfte Lernprozesse begleiten, Orientierung geben und zugleich Raum für Eigenverantwortung schaffen?
Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in World-Cafés – einer Gesprächsmethode, um eine Fragestellung oder ein Problem in Kleingruppen intensiv zu diskutieren – und beleuchteten unter anderem die Bedeutung von SRL für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern.
Die verschiedenen Workshops am Nachmittag boten Gelegenheit für weiteren Austausch. Es wurden konkrete Tools und Methoden für SRL vorgestellt und praktisch ausprobiert, Erfahrungen ausgetauscht und viel mit- und voneinander gelernt.
Besonders deutlich wurde die zukunftsgerichtete Verschränkung von SRL und BNE: Wer lernt, sich Ziele zu setzen, geeignete Lernstrategien für sich zu finden, Ressourcen gut zu nutzen und den eigenen Lernprozess zu beobachten und zu reflektieren, entwickelt zugleich wichtige Voraussetzungen für die aktive Mitgestaltung unserer Zukunft. Die Verbindung beider Ansätze eröffnete wertvolle Perspektiven darauf, wie Schule Kinder und Jugendliche darin stärken kann, sich als selbstwirksam zu erleben und Verantwortung für ihre Lebenswelt zu übernehmen.
Zum Abschluss bereicherte die aus München angereiste Lehrerin Ulrike Endres-Hoppe die Fortbildung mit einem kurzen Impulsvortrag unter dem Titel „Dos and Don’ts – aus dem Nähkästchen: SOL in der Praxis“. SOL steht dabei für „selbstorientiertes Lernen“. Darin gab sie Einblicke in die Schulentwicklung sowie in den Austausch innerhalb der Münchner SOL-Community of Practice und rundete den Tag mit Erfahrungen aus der schulischen Praxis ab.
Weitere Informationen unter: https://www.uni-passau.de/morebne/veranstaltungen/selbstreguliertes-lernen