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Schüler gestalten Zukunft der Stadt: Projekttage zur Bildung für nachhaltige Entwicklung unter Beteiligung von TraUBe

Das universitäre Forschungsprojekt TraUBe (Transformation universitärer Bildungsräume) beteiligte sich erstmals an den BNE-Projekttagen des Gymnasiums Leopoldinum, die am 23. und 24. Juli an der Passauer Altstadtschule stattfanden. Im Rahmen von drei Workshops setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit Fragen der Stadtentwicklung, des Klimawandels und des interkulturellen Zusammenlebens auseinander.

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Einblicke in den Workshop „Café Deutsch“ zum interkulturellen Austausch am Gymnasium Leopoldinum; Foto: TraUBe / Universität Passau.

Einblicke in den Workshop „Café Deutsch“ zum interkulturellen Austausch am Gymnasium Leopoldinum; Foto: TraUBe / Universität Passau.

Die Projekttage zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz BNE) an Schulen dienen der Auseinandersetzung mit den weltweiten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sowie dem Aneignen wichtiger Zukunftskompetenzen. Die Projektgestalterinnen und -gestalter von TraUBe, Michael Hübel, Dr. Ina Voshage, Jonas Wagener und Elias Wandl, konzipierten ihre Workshops im Rahmen des Ansatzes der transformativen Bildung, der anstelle von Faktenwissen eigenes Handeln anhand von Erfahrungen in den Vordergrund stellt und dadurch Selbstwirksamkeit vermittelt. Der Bildungsansatz regt dazu an, gesellschaftliche Entwicklungen zu hinterfragen und Veränderungen aktiv mitzugestalten. Während der Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler aktuelle Themen und Herausforderungen in Bezug auf das Zusammenleben unserer Gesellschaft aus wissenschaftlicher Perspektive betrachten und mit konkreten Erfahrungen vor Ort verknüpfen.

Im Workshop von Jonas Wagener hielten die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe ihre Ideen für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Passau auf einer digitalen Karte fest. Dafür nutzten sie die Online-Plattform PUBinPLAN, die an der TH Deggendorf entwickelt wurde. Durch diese digitale Bürgerplattform können Bürgerinnen und Bürger Einsicht zu aktuellen Planungen von Bauvorhaben ihrer Stadt oder Kommune erhalten, sowie eigene Ideen und Vorschläge dazu einbringen. „Während der Übung konnten die Schülerinnen und Schüler die Räume, in denen sie täglich in Passau unterwegs sind, durch neue Brillen wahrnehmen und hatten tolle Ideen für eine nachhaltige Stadtplanung vor Ort entwickelt, die wir im Projekt TraUBe weiterdenken wollen“, resümiert Wagener.

Michael Hübel und Elias Wandl moderierten den zweiten Workshop „Klimapuzzle“. Darin setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der Klimakrise auseinander. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden mögliche Handlungsoptionen, um den notwendigen ökosozialen Wandel auf lokaler Ebene voranzutreiben. Der Workshop förderte ein Verständnis der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels und darüber hinaus die Fähigkeit zur Teamarbeit und zum kritischen Denken.

Der Workshop unter Leitung von Dr. Ina Voshage widmete sich den Themen Migration, Flucht, Integration und Interkulturalität. Nachdem die Begriffe zunächst theoretisch von den Schülerinnen und Schülern in einer Gruppenarbeit geklärt wurden, konnte deren Bedeutung anhand von persönlichen Begegnungen und Erzählungen aus dem Lebensalltag von Menschen erfahren werden: Im „Café Deutsch“ kamen die Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse mit Menschen unterschiedlicher Herkunft ins Gespräch, zum Beispiel aus der Ukraine, den USA, Syrien oder Ägypten. In kleinen Gesprächsrunden wurde über Alltag, Hobbies, Sprachenlernen und Zukunftspläne diskutiert. Eine Reflexion schloss den Workshop ab und die wichtigsten Erkenntnisse hielt die Klasse auf Postern fest, die beim Schulfest am Freitagnachmittag präsentiert wurden. „Die persönlichen Gespräche haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Viele Schülerinnen und Schüler berichteten, Gemeinsamkeiten entdeckt und neue Sichtweisen auf Migration und Integration gewonnen zu haben“, erläutert Voshage. „Solche Begegnungen sind zentraler Bestandteil des transformativen Lernens. Dadurch, dass die Jugendlichen über persönliche Erfahrungen von Menschen gehört haben, mit denen sie bisher weniger oder gar nicht konfrontiert waren, konnten sie verschiedene Sichtweisen kennenlernen – ein wichtiger erster Schritt, um eigene Denk- und Verhaltensweisen zu hinterfragen.“

Die Beteiligung von TraUBe an den BNE-Projekttagen ist Ausdruck eines zentralen Anliegens des Forschungsprojekts: Wissenschaft stärker mit gesellschaftlicher Praxis zu verbinden. Gemeinsam mit städtischen Akteuren entwickelt das Projektteam von TraUBe innovative Bildungsformate, die Teilhabe und gesellschaftliche Transformation fördern. Lehrerin Irmgard Steflbauer zieht ein positives Fazit zur Zusammenarbeit: „Das Café Deutsch hat der Klasse z.B. Begegnungen ermöglicht, die im regulären Unterricht kaum entstehen können. Die Offenheit auf beiden Seiten, die Empathie der Schülerinnen und Schüler, mit der sie den Biografien der Deutschlernenden begegneten, und ihre intensive Reflexion haben gezeigt, wie wertvoll persönliche Gespräche für das gegenseitige Verständnis sind.“ Aufgrund der positiven Resonanz ist die Fortsetzung der Zusammenarbeit im kommenden Schuljahr geplant. Das TraUBe-Projektteam freut sich darüber hinaus über Interessierte, die sich mit eigenen Ideen in zukünftige Formate einbringen möchten.

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