Wie kann regeneratives und verteilungsgerechtes Wirtschaften gelingen? Am 19. Mai 2026 stand diese Frage bei Uni live im Zentrum.
Konkrete Antwortmöglichkeiten stellten Dr. Annekatrin Meißner (Geschäftsführerin des Instituts für Angewandte Ethik in Wirtschaft, Aus- und Weiterbildung (Ethik WAW)) und Prof.in Dr. Suleika Bort (Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Management und Soziales Unternehmertum) gemeinsam mit den Autorinnen und Autoren, Nelly Rahimy, Jannes Kormann, Sarah Keil, Ines Bauer und Laura Reinstorf, des gerade erschienenen Buches „Doughnut Economics for Regenerative Business Design“ in ihrem Vortrag zur Donut-Ökonomie vor.
Die Donut-Ökonomie ist ein Wirtschaftsmodell, das den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mit einem neuen ökonomischen Denken begegnet. Das Modell zeigt, wie sich nachhaltige Wirtschaftskonzepte innerhalb sozialer Mindestanforderungen (dem „inneren Ring des Donuts“) und den planetaren Grenzen (dem „äußeren Ring des Donuts“) bewegen können, um so regeneratives und verteilungsgerechtes Wirtschaften zu ermöglichen.
Mit dem Buch “Doughnut Economics for Regenerative Business Design“ veranschaulichen die Autorinnen und Autoren anhand der Untersuchungen von 14 Unternehmen und Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum, wie dieser Wandel von ausschließlicher Profitmaximierung hin zur Zukunftsfähigkeit und Lebensdienlichkeit von Unternehmen gelingen kann.
Im Vortrag zur Donut-Ökonomie stellten die Autorinnen und Autoren Case Studies aus dem Buch vor. Dabei gingen sie auf fünf der untersuchten Unternehmen ein und zeigten anhand konkreter Praxisbeispiele, wie die Businessbereiche „Purpose“, „Network“, „Governance“, „Ownership“ und „Finance“ regenerativ und distributiv gestaltet werden können.
Ansatzpunkte bieten beispielsweise gerechte Gehaltskonzepte, aus Kunden, Mitarbeitenden oder Herstellern zusammensetzte Anteilseigner, einheitliche Aufschläge auf alle Produkte, die Gestaltung des Unternehmens als Netzwerk oder Reinvestitionen ermöglicht durch reduzierte Gewinnausschüttungen. Anwendbar sind diese Lösungen in den verschiedensten Branchen, z.B. Mobilfunk, Lebensmittel oder Consulting.
Ein konkreter Mehrwert für die Wirtschaft vor Ort ergibt sich dadurch, dass vor allem kleinere deutschsprachige Unternehmen berücksichtigt wurden. „Wir wollten auch kleinere Unternehmen berücksichtigen und schauen, was es hier in der Region gibt“, berichtet Frau Dr. Meißner. Insofern boten der Vortrag zur Donut-Ökonomie, sowie darüber hinaus die Untersuchungen des vorgestellten Buches, Orientierung hinsichtlich der zukunftsfähigen Gestaltung unserer Wirtschaft.
Anschließend wurde im Rahmen eines offenen Austauschs Raum für Fragen und Rückmeldungen geboten. Angeregte Diskussionen in entspannter Atmosphäre rundenten die sehr gelungene Veranstaltung ab.