Die diesjährige Ringvorlesung Nachhaltigkeit hat West-Afrika im Fokus, einen Raum, der derzeit von Umweltveränderungen, v.a. Klimawandel, aber auch intensiven politischen Auseinandersetzungen und Umwälzungen geprägt ist.
Referent*innen aus Wissenschaft und Praxis beleuchten verschiedene Aspekte von Migration und (nachhaltiger) Entwicklung in West-Afrika.
Die Veranstaltungen finden mittwochs von 18 bis 20 Uhr statt. Der Auftakt ist geplant für den 15. November.
„Das Anthropozän“ – das Erdzeitalter des Menschen. Der Begriff geht auf den Atmosphärentechniker und Nobelpreisträger Paul Crutzen (1933-2021) zurück, der postuliert, dass das menschliche Wirken eine neue Erdepoche prägt, die das Holozän ablösen könnte. Erdsystem und Menschheit ließen sich laut Crutzen nicht mehr voneinander trennen. Der Mensch sei zu einem „geologischen Faktor“ geworden, da sein Handeln verschiedene, in der Natur vorherrschende Gleichgewichte maßgeblich beeinflusst, was sich zum Beispiel an den durch anthropogene Aktivitäten stark gestiegenen Treibhausgas-Emissionen und ihren direkten Auswirkungen auf das Klima erkennen lässt.
Seit nunmehr 20 Jahren diskutieren Politik und Wissenschaft über das Konzept des Anthropozäns. Aufbauend auf Crutzens Ausführungen, die er 2002 im renommierten Magazin „Nature“ veröffentlichte, hat sich die – mitunter kontrovers geführte – Debatte um das Anthropozän auf verschiedene wissenschaftliche Disziplinen ausgeweitet. So diskutiert man nicht mehr nur in der Geologie und den Geowissenschaften, sondern beispielsweise auch in der Philosophie, den Politik-, Geschichts- und Sozialwissenschaften sowie den Literatur- und Kulturwissenschaften über die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf den Planeten.
Vor dem Hintergrund der gemeinsamen menschlichen Zukunft auf der Erde sind verschiedene Perspektiven auf das Thema besonders wichtig. Daher diskutieren auch wir im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung "Anthropozän" im Sommersemester 2023 mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen dieses spannende Thema.
Jeder Mensch konsumiert. Täglich. Da Kaufentscheidungen von persönlichen Gewohnheiten und Einstellungen beeinflusst werden, ist es nicht garantiert, dass man zu jeder Zeit bewusste Konsumentscheidungen trifft. Doch genau das bedeutet nachhaltiger Konsum: bewusster, verantwortungsvoller Konsum, der „genauer hinschaut“ und die Kosten des eigenen, individuellen Konsums für Menschen und Umwelt hinterfragt.
Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung widmet sich in Nachhaltigkeitsziel 12 „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster“ dem Zusammenspiel aus individuellem Verbraucher- , Nutzungs- und Entsorgungsverhalten und internationalen Wertschöpfungsketten und fragt, wie sich beides in seiner Wechselwirkung ökologisch und sozial verträglicher gestalten lässt. Da nachhaltiger Konsum Alltag und Lebensstil jedes Einzelnen betrifft, widmen wir uns im Rahmen dieser Ringveranstaltung „Nachhaltigkeit und Konsum“ im Wintersemester 2022/23 der Diskussion dieses wichtigen Nachhaltigkeitsthemas.
Im Wintersemester 2021/2022 ging die Ringvorlesung „Perspektivwechsel in Wissenschaft und Gesellschaft“ in ihre siebte Runde, diesmal mit fünf Veranstaltungen zum Thema „Nachhaltigkeit im Spannungsfeld zur Digitalisierung“. Ein besonderer Fokus wurde dabei auf den Bereich ökologische Nachhaltigkeit und Ressourcenfragen gelegt. Kritisch betrachtet werden sollten verschiedene Dimensionen der Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft und welche Herausforderungen und Chancen die Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung bietet.
Den Auftakt machte Prof. Dr. Martina Fromhold-Eisebith, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie an der RWTH Aachen und bis 2020 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltfragen (WBGU), und sprach am 9. November 2021 über Chancen und Risiken der Digitalisierung. Dabei nahm sie insbesondere Bezug auf die Forderungen des WGBU: Digitalisierung muss so gestaltet werden, dass sie als Hebel und Unterstützung für die große Transformation zur Nachhaltigkeit dienen und mit ihr synchronisiert werden kann.
| Datum | Vorträge |
|---|---|
| 09.11.2021 | Prof. Dr. Martina Fromhold-Eisebith (RWTH Aachen): „Unsere Digitale Zukunft“ |
| 08.12.2021 | Dr. Ulrike Kugler (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg): „Rechenzentren und nachhaltige Digitalisierung“ |
| 15.12.2021 | Prof. Dr. Hermann de Meer (Universität Passau): „Die Energiewende lebt vom Mitmachen“ |
| 02.02.2022 | Prof. Dr. Katharina Spraul (TU Kaiserslautern): „Digitale Innovationen für die Circular Economy“ |
| 09.02.2022 | Mascha Brost, Jürgen Weimer (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und Jochen Benz (ZF Mobility Solutions): „Automatisiertes Fahren und Mobilitätswende“ |
Auch in diesem Wintersemester gab es eine Ringvorlesung aus der Reihe "Perspektivwechsel in Wissenschaft und Gesellschaft", geöffnet für Mitglieder der Universität und alle Interessierte gleichermaßen. Diese startete am Dienstag, den 10. November in digitalem Format. Hier finden Sie das vollständige Programm.
| Datum | Veranstaltung |
|---|---|
| 10.11.2020 | Nachhaltige Landwirtschaft – gut genug für die Zukunft? Prof. Dr. Maria Finckh, Uni Kassel & Prof. Dr. Hartmut Graßl |
| 17.11.2020 | Dilemmata der Nachhaltigkeit Prof. Dr. Anna Henkel, Uni Passau (im Rahmen von hochschultage-bayern.de) |
| 01.12.2020 | Nachhaltiger Konsum als moralische Distinktion? Prof. Dr. Christian Neuhäuser, TU Dortmund |
| 15.12.2020 | Askese und Voluntary Simplicity: Ein Weg aus der Klimakatastrophe? Prof. Dr. Suleika Bort, Uni Passau & Prof. Dr. Dr. A. Kieser, Uni Mannheim |
| 12.01.2021 | Nachhaltigkeitspolitik in und nach der Pandemie Prof. Dr. Konrad Ott, Uni Kiel |
| 26.01.2021 | Kann es autofreie Städte geben? Frühe Visionen und aktuelle Debatten Prof. Dr. Jörg Trempler, Uni Passau |
| 02.02.2021 | Megacities – Teil oder Lösung der globalen ökologischen Herausforderung? Prof. Dr. W. Gamerith, Sonderbeauftragter für Nachhaltigkeit der Uni Passau |
Auch im Wintersemester 2018/19 fand die Vorlesungreihe zum Thema Nachhaltigkeit eine Fortsetzung - diesmal unter dem Titel "Unternehmen & Verantwortung". Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von deutschen und österreichischen Forschungseinrichtungen, sowie Praktiker stellten ab dem 23. Oktober im (fast)14-tägigen Turnus ihre Ansätze vor, insbesondere ging es hier um innovative Ansätze für nachhaltige Wirtschaftsformen. Eine Übersicht über die Inhalte der einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier zum Download.
| Datum | Titel |
|---|---|
23.10.2018 | Social Entrepreneurship: sozial, nachhaltig, gewinnorientiert - geht das? |
06.11.2018 | Regionale Unternehmens-verantwortung- Chancen und Herausforderungen |
20.11.2018 | CSR - mehr Schein als Sein? |
04.12.2018 | Die Gemeinwohl-Region Südostbayern - praktische Umsetzung des Gemeinwohls für BürgerInnen, Unternehmen und Kommunen. |
18.12.2018 | CSR in Theorie & Praxis - Anwendung am Beispiel der Heilbronner Erklärung |
15.01.2019 | Die Verantwortung von Unternehmen für Menschenrechte |
29.01.2019 | BMW in Verantwortung - CSR in der Automobilindustrie (Arbeitstitel) |