Ansprechperson gegen Antisemitismus
Die Ansprechperson gegen Antisemitismus ist die zentrale Erstkontakt- und Beratungsstelle für Studierende und Mitarbeitende, die antisemitische Vorfälle erlebt oder beobachtet haben.
Hier können Sie entsprechende Ereignisse melden und dokumentieren lassen. Im Rahmen einer persönlichen Beratung können Sie gemeinsam mit den Ansprechpersonen Strategien entwickeln und mögliche Handlungsoptionen erörtern.
Die Arbeitsweise der Ansprechpersonen erfolgt
- vertraulich,
- unabhängig,
- parteilich im Sinne der Ratsuchenden,
- ressourcen- und bedarfsorientiert.
Unsicher?
Auch wenn Sie nicht sicher sind, ob das Erlebte oder Beobachtete Antisemitismus war - Sie können sich jederzeit gerne an die Ansprechperson wenden.
Die Universität Passau tritt jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegen. Wir legen dabei gemäß Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zugrunde: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“ Beispiele für Antisemitismus nach dieser Definition finden sich unter holocaustremembrance.com. Antisemitismus zeigt sich unter anderem in der Verbreitung von Stereotypen und Verschwörungserzählungen, die sich auf ein jüdisches Kollektiv beziehen, in der Leugnung oder Relativierung der Shoah, in der Infragestellung oder Ablehnung des Existenzrechts Israels, Feindschaft gegenüber Jüdinnen, Juden und jüdischem Leben sowie in der Ausgrenzung, Bedrohung oder Herabwürdigung jüdischer Menschen und Einrichtungen.
Aus der deutschen Geschichte erwächst eine besondere Verantwortung, Antisemitismus zu bekämpfen, jüdisches Leben zu schützen und die Erinnerung an die Shoah wachzuhalten. Dafür stehen wir ein. Antisemitische Vorurteile, Äußerungen und Handlungen sind mit dem Selbstverständnis unserer Universität unvereinbar – unabhängig davon, aus welchem politischen, weltanschaulichen, religiösen oder gesellschaftlichen Kontext sie hervorgehen. Wir verurteilen Narrative, Chiffren, Bilder und Stereotype, durch die antisemitische Ressentiments verbreitet werden.
Die Universität Passau versteht sich als Ort der Wissenschaft, der Freiheit, der Vielfalt sowie des sachlichen und respektvollen Austauschs. Dazu gehört die Freiheit, unterschiedliche wissenschaftliche und politische Positionen zu diskutieren. Diese Freiheit findet ihre Grenze dort, wo Menschen aufgrund ihrer Identität oder Herkunft angefeindet, diskriminiert oder bedroht werden. Auch kontroverse Debatten über die Politik Israels und den Nahostkonflikt dürfen nicht in antisemitische Zuschreibungen, die Leugnung des Existenzrechts des Staates Israel als jüdischer Staat, oder die Abwertung von Jüdinnen und Juden übergehen. Sachliche Kritik an der Politik und am Handeln der israelischen Regierung ist vom wissenschaftlichen und politischen Diskurs selbstverständlich gedeckt und nicht per se antisemitisch. Eine Grenze wird dort überschritten, wo Jüdinnen und Juden kollektiv für das Handeln des Staates Israel verantwortlich gemacht werden oder Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen jüdischen Identität bzw. israelischen Nationalität oder universitären Zugehörigkeit angefeindet, ausgegrenzt oder boykottiert werden. Wissenschafts- und Meinungsfreiheit bilden eine wesentliche Grundlage unserer Universität. Sie legitimieren jedoch keine Diskriminierung, Bedrohung oder Herabwürdigung von Personen und Institutionen – vielmehr entfalten sie ihre Kraft dort, wo geschützte Räume für einen sachlichen, kritisch-reflektieren und zukunftsgewandten Diskurs geschaffen werden.
Als Universität tragen wir in diesem Sinn eine besondere Verantwortung dafür, dass alle Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Beschäftigten frei von Angst und Diskriminierung lernen, lehren, forschen und arbeiten können. Deshalb setzen wir uns für eine Kultur der Aufmerksamkeit, der Zivilcourage und des Widerspruchs gegen antisemitische Äußerungen und Handlungen ein. Als Bildungs- und Forschungsinstitution begreifen wir die Bekämpfung von Antisemitismus hierbei als einen aktiven Gestaltungs- und Bildungsauftrag. Durch Studium und Lehre, interdisziplinäre Forschung und die Vermittlung von Demokratie- und Medienkompetenz entziehen wir Verschwörungserzählungen, Vorurteilen und Hassdenken vorausschauend die Grundlagen.
Studierende und Beschäftigte, die antisemitische Vorfälle erleben oder beobachten, können sich an die Antisemitismusbeauftragte der Universität wenden.
Informationen
Handreichung Antisemitismus – erkennen, verstehen, handeln (Anne Frank Zentrum)

