Logo der Universität Passau
Dekoratives Bannerbild Dekoratives Bannerbild

Gute Lehre. Passt zu uns.

Gute Lehre. Passt zu uns.

Lehrstrategie der Universität Passau

Mit der Lehrstrategie schreiben wir unser Leitbild für die Lehre im Sinne eines gemeinsamen Qualitätsverständnisses für alle Belange der akademischen Lehre fort. Sie wurde am 23. Juli 2025 von der Universitätsleitung verabschiedet. Die Druckfassung wird derzeit erstellt und wird als PDF-Datei ab Oktober 2025 hier zur Verfügung stehen.

Die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre ist nicht nur ein Grundrecht, sondern Ausdruck des Vertrauens in eine offene, urteilsfähige und verantwortungsbewusste Gesellschaft. Sie sichert den Lehrenden die eigenverantwortliche Gestaltung ihrer Lehre und schafft damit den Raum für Vielfalt, Exzellenz und wissenschaftlichen Diskurs. Aus dieser Freiheit erwächst unser Bildungsauftrag, orientiert an den Werten einer demokratischen Gesellschaft und getragen von der Verantwortung für ihren Fortbestand.

Unsere Lehre verbindet den Erwerb fachwissenschaftlicher Expertise mit der Vorbereitung auf vielfältige Tätigkeitsfelder. Sie lebt von produktiven Spannungen – zwischen regionaler Identität und globaler Perspektive, zwischen digitaler Innovation und Campuskultur, zwischen disziplinärer Tiefe und interdisziplinärem Austausch.

Eine ernstgemeinte Strategie ist ambitioniert, aber nicht utopisch. Sie würdigt bewährte Praktiken und zeigt Wege für ihre Weiterentwicklung auf. Sie verwandelt Visionen in Ziele und ermöglicht koordiniertes Handeln. Die vorliegende Lehrstrategie übersetzt unser gemeinsames Verständnis gelingender Lehre in strategische Ambitionen für die kommenden Jahre. Sie dient als unterstützender Rahmen, der die individuelle Lehrfreiheit respektiert und stärkt, während er Orientierung für die gemeinsame Weiterentwicklung von Studium und Lehre bietet.

Die Universität Passau steht vor der Aufgabe, ihre erfolgreiche Lehrtradition auf eine Zukunft auszurichten, die sich nicht mehr aus der Vergangenheit vorhersagen lässt. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, veränderte Studierendenbiografien und gesellschaftliche Erwartungen an akademische Bildung erfordern eine strategische Neuorientierung, ohne dabei unsere Stärken aufzugeben.

Mit der Lehrstrategie schaffen wir einen verbindlichen Orientierungsrahmen für die Weiterentwicklung von Studium und Lehre an unserer Universität. Sie richtet sich an alle, die Lehre gestalten, unterstützen und verantworten: Lehrende, Studierende, Verwaltung und Entscheidungsträger. Ihr Anspruch ist es, konkrete Handlungsperspektiven aufzuzeigen, ohne Kreativität und individuelle Freiheit einzuschränken.

Die vorliegende Strategie ist das Ergebnis eines umfangreichen partizipativen Entwicklungsprozesses. Eine statusgruppenübergreifende Arbeitsgruppe hat über 500 relevante Aussagen aus Rechtsnormen, bestehenden Strategiedokumenten und Leitlinien analysiert und zu kohärenten Ambitionen verdichtet. In vielen Konsultationsrunden wurden anschließend die spezifischen Perspektiven und Positionen der Fakultäten, der zentralen Einrichtungen, der Studierendenvertretungen und der wissenschaftsstützenden Einheiten gesammelt und eingearbeitet. So entstand ein Dokument, das die Vielfalt unserer Universität widerspiegelt und zugleich gemeinsame Ziele formuliert.

Mitglieder der AG Lehrstrategie

Patricia Bachmann
wiss. Mitarbeiterin, Fakultät für Mathematik und Informatik

Eileen Dauti
wiss. Mitarbeiterin, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Linda Dumps
Studentin, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Sascha Grassl
Student, Geistes- und Kulturwissenschaftliche Fakultät

Prof. Dr. Christian Handschuh
Geistes- und Kulturwissenschaftliche Fakultät

Dr. Michael Harnischmacher
wiss. Mitarbeiter, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät

Studiendekan Prof. Dr. Oliver Hidalgo
Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät

Prof. Dr. Tobias Kaiser
Fakultät für Mathematik und Informatik

Danny Krull
Mitarbeiter, Stabsstelle KSL

Dr. Sabrina Kufner
wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik

Barbara Münch
Studentin, Juristische Fakultät

Dott. Cristina Pontalti-Ehrhardt
stellv. Geschäftsführerin, Sprachenzentrum

Rebecca Preuß
Studentin, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät

Nina Riedler
wiss. Mitarbeiterin, Geistes- und Kulturwissenschaftliche Fakultät

Studiendekan Prof. Dr. Thomas Riehm
Juristische Fakultät

Studiendekan Prof. Dr. Thomas Widjaja
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Die Lehrstrategie gliedert sich in fünf Kapitel, die jeweils eine zentrale Perspektive auf die Lehre einnehmen:

  1. Leitprinzipien markiert die Grundlagen
  2. Programmentwicklung fokussiert auf Curricula
  3. Studierendenorientierung beleuchtet die konkrete Umsetzung
  4. Qualität widmet sich den Strukturen
  5. Übergänge und Transfer öffnet den Blick nach außen

Jedes Kapitel enthält strategische Ambitionen – richtungsweisende Ziele, die Raum für fachspezifische und kreative Umsetzung lassen.

Diese Lehrstrategie steht nicht isoliert, sondern fügt sich in ein Gefüge universitärer Leitdokumente ein. Sie operationalisiert die Prinzipien unseres Leitbilds für die Lehre und konkretisiert den Universitätsentwicklungsplan 2023–2026 um spezifische Perspektiven für Studium und Lehre. Querverbindungen bestehen insbesondere zur Internationalisierungs-, Nachhaltigkeits- und Transferstrategie.

Die Umsetzung der Ambitionen erfolgt während einer Implementierungsphase dezentral und partizipativ. Fakultäten und Einrichtungen entwickeln auf Basis dieser Strategie eigene Schwerpunkte und Maßnahmen. Ein regelmäßiges Monitoring begleitet diesen Prozess, ohne kleinteilige Kontrolle auszuüben. Mindestens im zweijährigen Turnus erfolgt eine Evaluation der Lehrstrategie und ihrer Umsetzung.

1 Leitprinzipien – Lehre und Lehrende

Unsere Lehre gründet auf klaren Prinzipien und wird getragen von einer Kultur der Wertschätzung. In diesem Kapitel definieren wir die Prinzipien wissenschaftlicher Bildung, die unsere Universität prägen, und beschreiben, wie wir herausragende Lehrleistungen anerkennen und fördern. Diese Grundlagen bilden den Ausgangspunkt für alle weiteren strategischen Zielsetzungen.

Unter ‚Bildung durch Wissenschaft‘ verstehen wir einen ganzheitlichen Prozess, der fachliches Wissen, wissenschaftliche Erkenntnis, methodische Kompetenz und die Entwicklung kritisch denkender, verantwortungsbewusster Persönlichkeiten miteinander verbindet. Alle Mitglieder unserer Universität tragen gemeinsam die Verantwortung, diesen Anspruch zu erfüllen. Die enge Verzahnung von relevanter Forschung und engagierter Lehre ist dabei entscheidend.

1.1.1 Fachlichkeit als Kern universitärer Lehre begreifen

Wir betrachten die fachliche Ausbildung in höchster Qualität als zentrale Aufgabe der Lehre. Sie vermittelt wissenschaftlich begründetes Wissen und befähigt zur eigenständigen Auseinandersetzung mit Fachinhalten. Die Begegnung mit lebendigen Fachkulturen und vielfältigen Lehrpersönlichkeiten unterstützt unsere Studierenden bei der Entwicklung einer professionellen Identität als Grundlage verantwortlichen Handelns in komplexen Situationen.

1.1.2 Forschung und Lehre gemeinsam denken

Wir betrachten forschungsnahe Lehre als Grundlage des akademischen Lernens. Deshalb integrieren wir Forschungsergebnisse und machen unsere Studierenden von Beginn an mit fachspezifischen und interdisziplinären wissenschaftlichen Methoden vertraut, um ihre Problemlöse- und Innovationsfähigkeit zu stärken.

1.1.3 Lehre im Dialog mit Gesellschaft und Praxis gestalten

Wir wollen unsere Studierenden auf die Lösung realer Problemstellungen, einschließlich der Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung, vorbereiten. Dies gilt in besonderem Maße für die Lehrkräftebildung. Wir gestalten unsere Lehre im aktiven Austausch mit Gesellschaft und beruflicher Praxis. Wir fördern den Wissenschaftsdialog und nutzen transferorientierte Lehrformate sowie die Expertise von Partnern aus dem Gemeinwesen, um die Anwendungsbezüge der Lehre zu stärken.

1.1.4 Intellektuelle und gestalterische Souveränität entwickeln

Wir fördern kritisches Denken, analytische Urteilskraft und verantwortungsvolle Reflexion als Kernkompetenzen in einer sich dynamisch wandelnden Welt. Um multiperspektivisches Denken und nachhaltiges Handeln zu fördern, schaffen wir deshalb in der Lehre und in unseren Studienstrukturen Anlässe zur systematischen Auseinandersetzung mit globalen Herausforderungen und pluralen Interessen.

1.1.5 Wissenschaftliche Integrität entwickeln

Die feste Bindung einer forschenden Haltung an gute wissenschaftliche Praxis ist Voraussetzung für die Entwicklung eines professionellen Ethos. Wir konfrontieren Studierende deshalb mit der Vieldeutigkeit von Befunden, der Konkurrenz von Interessen und der Notwendigkeit zur Selbstkorrektur. Wir schaffen Lernsituationen, in denen sie die Tragweite ihrer Entscheidungen als zukünftige Fachleute oder Forschende erschließen und verantwortungsvolles Handeln erproben können.

1.1.6 Lehrkräftebildung als gesellschaftlichen Auftrag verstehen

Lehrerinnen und Lehrer beeinflussen, wie kommende Generationen lernen, denken und handeln. Ihre Ausbildung dient nicht nur der fachlichen und didaktischen Qualifikation, sondern trägt zur Weiterentwicklung des Bildungssystems und zum Fortbestand unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bei. Unsere Lehre prägt die pädagogische Haltung, das professionelle Selbstverständnis und die Innovationsfähigkeit der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer. Wir werden dieser Verantwortung durch eine Lehre gerecht, die auf die spezifischen Anforderungen der Lehrkräftebildung reagiert.

Für uns steht die zentrale Bedeutung engagierter und qualitativ hochwertiger Lehre für die Erfüllung unseres Bildungsauftrags außer Frage. Eine gelebte Kultur der Wertschätzung für hervorragende Lehre ist dabei nicht nur ein Zeichen der Anerkennung für die Lehrenden, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehrqualität und die Motivation aller Beteiligten. Es ist unser Ziel, die Sichtbarkeit und Anerkennung herausragender Lehrleistungen zu erhöhen und ein Umfeld zu schaffen, das Engagement und Innovation in der Lehre fördert und honoriert.

1.2.1 Eine Anerkennungskultur für herausragende Lehre etablieren

Wir verstehen Hochschullehre als eigenständige, wissenschaftlich anspruchsvolle Leistung mit besonderer strategischer Relevanz für die Weiterentwicklung unserer Universität. Deshalb etablieren wir transparente Kriterien zur Anerkennung von herausragenden Lehrleistungen und fördern den Austausch über innovative Lehrkonzepte durch geeignete Plattformen.

1.2.2 Engagement für die Lehre fördern, honorieren und sichtbar machen

Wir schaffen und kommunizieren Anreize, um besonderes Engagement und Innovationen in der Lehre zu fördern. Dies kann Auszeichnungen, die Berücksichtigung bei der Mittelvergabe oder zeitliche Freiräume für Lehrinnovationen umfassen.

1.2.3 Didaktische Professionalisierung als Qualitätsmerkmal anerkennen

Wir würdigen die Teilnahme an hochschuldidaktischer Weiterbildung als wichtigen Beitrag zur Professionalisierung und zur kontinuierlichen Qualitätsentwicklung in der Lehre. Wir ermutigen und unterstützen die Fakultäten dabei, dieses Engagement bei der Übertragung von Lehrverantwortung und für die Karriereentwicklung ihrer Mitarbeitenden sichtbar zu machen.

1.2.4 Lehrevaluationen als Entwicklungschancen nutzen

Wir nutzen Ergebnisse von Lehrevaluationen als Impuls für die individuelle und selbstbestimmte Weiterentwicklung von Lehrkompetenzen und Lehrveranstaltungen. Der transparente Umgang mit Evaluationsergebnissen ist für uns entscheidend beim Aufbau einer konstruktiven Fehler- und Feedbackkultur.

1.2.5 Internationale Lehrende und Forschende gewinnen

Die Mobilität von Forschenden aus dem In- und Ausland ist eine Voraussetzung für wissenschaftlichen Fortschritt und eine Bereicherung für unseren gemeinsamen Bildungsraum Universität. Deshalb stellen wir durch nutzerfreundliche Onboarding-Prozesse und verlässliche, mehrsprachige administrative Services sicher, dass sich alle neuen Mitglieder der Universität schnell zurecht finden und ihre Potenziale in Lehre und Forschung entfalten können.

2 Programmentwicklung – Lehre für die Wirklichkeit von morgen

Die Qualität unserer Studienangebote und die systematische Förderung von Kompetenzen bestimmen maßgeblich den Bildungserfolg unserer Studierenden. Dieses Kapitel zeigt, wie wir zukunftsfähige Programme mit klarem Profil entwickeln und dabei internationale Perspektiven, Interdisziplinarität und lebenslanges Lernen integrieren. Zugleich schaffen wir flexible Strukturen, die Studierbarkeit und individuell gestaltbare Bildungswege verbinden.

Wir entwickeln Studiengänge, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, gesellschaftlich relevant sind und Studierende auf anspruchsvolle Tätigkeitsfelder vorbereiten. Dafür setzen wir auf einen strukturierten und qualitätsgesicherten Prozess. Durch die Schärfung von Lehrprofilen und die Erweiterung internationaler Perspektiven steigern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Angebote. Interdisziplinäre Studiengänge bilden seit jeher eine wesentliche Stärke des Standorts Passau und sollen auch in Zukunft unsere Identität als Universität prägen. In der akademischen Weiterbildung sehen wir zudem eine wichtige Ergänzung unseres Kernangebots in Studium und Lehre und eine Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam mit der Gesellschaft zu teilen.

2.1.1 Studiengänge systematisch und evidenzbasiert entwickeln

Wir sichern die Qualität und strategische Ausrichtung aller Prozesse zur Konzeption und Weiterentwicklung unserer Studiengänge. Dabei beziehen wir Bedarfsanalysen sowie externe Expertise ein, um auf Anforderungen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu reagieren und die hohe Qualität unseres Bildungsangebots zu sichern. Es ist unser Anspruch, in der Lehre den aktuellen Forschungsstand und relevante gesellschaftliche Entwicklungen widerzuspiegeln. Wir überprüfen und überarbeiten unsere Studienprogramme deshalb regelmäßig, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern.

2.1.2 Angebotsprofile schärfen und wirkungsvoll kommunizieren

Wir arbeiten die spezifischen Profile unserer Studiengänge klarer heraus und erhöhen ihre Sichtbarkeit weiter. Eine transparente Darstellung von Zielen, Inhalten und Strukturen ist uns dabei besonders wichtig, um Studieninteressierte gezielt anzusprechen und für den Studienort Passau zu gewinnen sowie die Identifikation der Studierenden mit ihrem Studiengang zu fördern.

2.1.3 Globale Perspektiven erschließen

Wir berücksichtigen globale Perspektiven bei der Studiengangentwicklung und fördern die Auseinandersetzung mit Interkulturalität durch und für die Lehre, um alle Studierenden bestmöglich auf eine international geprägte Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Dazu gehören Angebote des Fremdsprachenerwerbs und der Anfertigung fremdsprachiger Studien- und Abschlussarbeiten, der nachhaltigen Entwicklung, der kultur- und diversitätssensiblen Kommunikation sowie die Sicherung internationaler Bildungsmobilität.

2.1.4 Interdisziplinarität weiter ausbauen

Wir fördern die Entwicklung interdisziplinärer Studiengänge, Module und Lehrveranstaltungen weiterhin aktiv. Dabei schaffen wir Anreize und unterstützende Rahmenbedingungen für Kooperationen zwischen Fachbereichen und Fakultäten. Wir unterstützen Formate wie Team-Teaching, Lernen in Reallaboren oder Projektarbeit, um anwendungsnahe Lernzugänge und fächerbezogene Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung zu erschließen. Dies gilt in besonderem Maße für die Lehrkräftebildung.

2.1.5 Akademische Weiterbildung etablieren

Wir entwickeln ein universitätsweites strategisches Konzept für die akademische Weiterbildung. Es soll Ausrichtung, Zielgruppen, Formate, Qualitätsstandards, Finanzierungsformen und organisatorische Verankerung definieren, um die Schaffung neuer Angebote mit geringem Aufwand zu ermöglichen und diese kohärent in das Universitätsprofil zu integrieren. Wir schaffen motivierende Rahmenbedingungen und Anreize für Lehrende, die sich als Anbieter in der akademischen Weiterbildung engagieren und damit einen Beitrag zum Wissenstransfer der Universität leisten.

Im Zentrum unseres Bildungsverständnisses steht die Befähigung unserer Studierenden zum wissenschaftlich fundierten und verantwortungsvollen Handeln. Wir verstehen Kompetenzorientierung als ganzheitlichen Ansatz, der vernetztes Denken erfordert und fachliche Expertise mit überfachlichen Schlüsselqualifikationen verbindet. Mit der Förderung transformativer Fähigkeiten, der Stärkung demokratischer Bildung und nachhaltiger Entwicklung sowie der Schaffung interdisziplinärer Dialogräume für Lehrende bereichern wir die Kompetenzprofile unserer Studierenden.

2.2.1 Kompetenzprofile definieren und realisieren

Wir ermöglichen unseren Studierenden den Aufbau klar definierter Kompetenzprofile mit fachlichen und überfachlichen Anteilen. Dazu stimmen wir die Qualifikationsziele, Lehrmethoden und Prüfungsleistungen aller Studiengänge inhaltlich und organisatorisch bestmöglich aufeinander ab.

2.2.2 Transformative Fähigkeiten gezielt ausbilden

Wir ermöglichen unseren Studierenden den Erwerb überfachlicher Kompetenzen, die für umfassende gesellschaftliche wie berufliche Teilhabe essenziell sind und nachhaltiges Handeln ermöglichen. Dazu zählen disziplinübergreifende Problemlösefähigkeiten, digitale Souveränität, Mehrsprachigkeit und unternehmerisches Denken. Diese Kompetenzen fördern wir sowohl in der fachwissenschaftlichen Lehre als auch durch ergänzende Lernangebote und die gezielte Unterstützung studentischer Eigeninitiative.

2.2.3 Bildung für nachhaltige Entwicklung stärken

Als globale Menschheitsaufgabe und Forschungsdisziplin ist Nachhaltigkeit sowohl Eigenschaft als auch Gegenstand von Lehre. Wir stärken Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als ein wichtiges Prinzip für unsere Lehrangebote. Wir unterstützen Lehrende und Studierende dabei, nachhaltige Entwicklung zu verstehen, kritisch zu bewerten und für verschiedene Ebenen und Kontexte in Lehre und Studium zu erschließen.

2.2.4 Demokratie leben und zur Haltung machen

Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ist die Voraussetzung für selbstbestimmtes Lehren, Forschen und Studieren. Als Universität tragen wir eine besondere Verantwortung für ihren Fortbestand. Wir stärken aktiv die Fähigkeit unserer Studierenden, sich begründet eine Meinung zu bilden, Pluralität auszuhalten und konstruktiv mit Dissonanz umzugehen, um als Multiplikatoren demokratischer Werte in ihren Berufsfeldern zu wirken. Unsere Lehre und unsere Lehrenden bieten deshalb systematisch Raum für argumentativen Austausch und Mitsprache.

2.2.5 Perspektivenvielfalt kultivieren

Wir fördern die Fähigkeit zum fächerübergreifenden Denken als eine entscheidende Qualifikation für eine komplexe Berufswelt. Wir unterstützen diese Kompetenz auf dem Fundament hervorragender fachlicher Bildung, indem wir in der Lehre gezielt die Vernetzung von Wissen anregen und die Auseinandersetzung mit komplexen Fragestellungen aus vielfältigen Perspektiven fördern.

2.2.6 Dialogforen für Reflexion und Innovation schaffen

Wir schaffen und pflegen universitätsweite Foren und Begegnungsmöglichkeiten zum kollegialen Austausch über die Lehre. Sie sollen den interdisziplinären Dialog, die gemeinsame Methodenreflexion und die Entwicklung innovativer Lehrkonzepte befördern.

Die Gestaltung verlässlicher und zugleich flexibler Studienstrukturen ist entscheidend für den Studienerfolg. Wir schaffen Studienbedingungen, die sowohl Planungssicherheit als auch individuelle Gestaltung bieten. Durch effektive Planung, flexible Studienmodelle, transparente Anerkennungsverfahren und die Förderung studentischer Mobilität eröffnen wir unseren Studierenden individuelle Bildungspfade.

2.3.1 Planungssicherheit für Studierende schaffen

Wir sichern die Studierbarkeit in der Regelstudienzeit durch eine sorgfältige, transparente und koordinierte Planung des Lehr- und Prüfungsbetriebs. Dies umfasst bedarfsgerechte Lehrangebote, die Gewährleistung einer weitgehenden Überschneidungsfreiheit und die Einhaltung eines angemessenen Workloads.

2.3.2 Flexible Studienmodelle ermöglichen und ausbauen

Wir erweitern die Möglichkeiten für flexible Studienverläufe, um individuellen Bedürfnissen besser gerecht zu werden. Wir prüfen Teilzeitoptionen und schaffen mehr Wahlmöglichkeiten, wo sinnvoll und machbar.

2.3.3 Individuelle Bildungswege erleichtern

Wir verbessern die Durchlässigkeit zwischen Studienprogrammen und die Anerkennung extern erworbener Kompetenzen. Transparente Kriterien und effiziente Verfahren erleichtern den Wechsel von Studienort sowie Studienfach und unterstützen individuelle Bildungswege.

2.3.4 Kompetenzprofile individuell erweitern

Wir ermöglichen unseren Studierenden, parallel zum Studium qualitätsgesicherte Zertifikate zu erwerben und prüfen die Einführung von Microcredentials. Diese Angebote fördern die individuelle Profilbildung und machen zusätzliche Kompetenzen sichtbar, die über das Kerncurriculum des jeweiligen Studiengangs hinausreichen.

2.3.5 Internationale Mobilität fördern

Wir schaffen oder erweitern Mobilitätsfenster für unsere Studierenden, steigern Effizienz und Transparenz unserer Anerkennungsverfahren und bieten fachspezifische Fremdsprachenausbildungen an. Wir unterstützen internationale Studierende durch optimierte Verfahren, ein bedarfsgerechtes Angebot an Sprachkursen in Deutsch als Fremdsprache und zielgruppenspezifische Betreuung sowie durch die Entwicklung englischsprachiger Studienprogramme.

3 Studierendenorientierung – Lernen und leben

Eine lebendige Lehr-Lern-Kultur entsteht durch das Zusammenspiel von innovativer Didaktik, sinnvoller Digitalisierung und individueller Betreuung. In diesem Kapitel beschreiben wir, wie wir als Präsenzuniversität digitale Möglichkeiten nutzen, methodische Vielfalt fördern und alle Studierenden auf ihrem akademischen Weg begleiten. Im Zentrum steht dabei die Aktivierung der Lernenden und ihre Befähigung zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten.

Wir verstehen uns vorwiegend als Präsenzuniversität, an der Bildung durch persönliche Begegnung und direkten Austausch ihre volle Kraft entfaltet. Gleichzeitig erkennen und nutzen wir die transformative Kraft der Digitalisierung für zeitgemäße Hochschullehre. Wir setzen digitale Technologien gezielt ein, um Präsenzformate zu bereichern, neue Lernräume zu öffnen und Bildungschancen zu verbessern. Dabei steht nicht die Technologie als Selbstzweck, sondern ihr didaktischer und organisatorischer Mehrwert im Vordergrund. Mit der Erschließung von KI für die Lehre betreten wir Neuland, das wir gemeinsam verantwortungsvoll gestalten müssen. Deshalb betrachten wir die Förderung kritischer Medienkompetenz im Rahmen der jeweiligen Fachwissenschaft als Querschnittsaufgabe in allen Studiengängen.

3.1.1 Digitale Lehre strategisch ausbauen

Wir bauen unsere digitalen und hybriden Lehrangebote systematisch und auf der Basis didaktischer Erkenntnisse aus. Ziel ist es, solche Formate zu fördern, die echten Mehrwert schaffen, die Präsenzlehre sinnvoll ergänzen und eigenständige digitale Lernerfahrungen ermöglichen.

3.1.2 Kritische Medienkompetenz interdisziplinär entwickeln

Digitale Kompetenzen und kritische Medienreflexion sind für uns zentrale, fachübergreifende Ausbildungsziele. Deshalb fördern wir im Rahmen der Lehre die Fähigkeit unserer Studierenden, digitale Werkzeuge und Informationen souverän, verantwortungsvoll und kreativ zu nutzen.

3.1.3 KI verantwortungsvoll in die Lehre integrieren

Wir setzen uns proaktiv und lösungsorientiert mit dem Umgang, den Potenzialen und Herausforderungen von KI für Studium und Lehre auseinander. Deshalb entwickeln wir universitätsweite und fachspezifische Leitlinien sowie Unterstützungsangebote für einen verantwortungsvollen, transparenten und lernförderlichen Einsatz von KI-Werkzeugen. Dabei sorgen wir für einen chancengerechten Zugang.

3.1.4 Angebote der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) nutzen

Wir eröffnen unseren Studierenden die Möglichkeit, ihr Studium durch die qualitätsgesicherten Online-Kurse der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) flexibel zu ergänzen. Damit können sie individuelle Interessen vertiefen und Einblicke in andere Fachkulturen gewinnen.

Eine herausragende Lehr- und Lernkultur lebt von der Vielfalt und der kontinuierlichen Weiterentwicklung didaktischer Ansätze. Wir bestärken und befähigen unsere Lehrenden darin, mit Methoden zu experimentieren, Lernprozesse wirkungsorientiert zu gestalten und den Kompetenzerwerb transparent abzubilden. Forschungsnahe Lehrkonzepte ermöglichen es Studierenden, Wissen aktiv zu erarbeiten und kritisch zu reflektieren. Prüfungen verstehen wir nicht allein als Leistungsnachweis, sondern als Lerngelegenheit, die durch formative Assessmentverfahren Lehr-Lern-Prozesse unterstützt und faire, transparente Standards gewährleistet.

3.2.1 Methoden gezielt auswählen und einsetzen

Wir fördern den Einsatz vielfältiger und aktivierender Lehr-Lern-Methoden. Wir unterstützen insbesondere methodische Arrangements, die Studierende zur aktiven Auseinandersetzung mit Lehrinhalten, zur Zusammenarbeit und zur kritischen Reflexion anregen – stets orientiert an den intendierten Lernergebnissen.

3.2.2 Lehrinnovation durch Experimentierkultur fördern

Wir schaffen Freiräume und Anreize für didaktische Innovationen und die Erprobung neuer Lehrkonzepte. Wir ermutigen und unterstützen Lehrende, neue Wege zu gehen und ihre Erfahrungen zu teilen, um unsere Lehrkultur dynamisch weiterzuentwickeln.

3.2.3 Konzepte des forschungsnahen Lernens umsetzen

Wir fördern die Entwicklung und Implementierung vielfältiger Konzepte des forschungsnahen Lernens in allen Studienphasen und Fachbereichen. Dies kann zum Beispiel forschungsorientierte Projekte und Seminare, die Mitwirkung an wissenschaftlichen Publikationen oder Studien- und Abschlussarbeiten umfassen, die Freiräume für die angeleitete, aber eigenständige Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen eröffnen.

3.2.4 Kollegialen Austausch über gute Lehre institutionalisieren

Der kollegiale Dialog ist ein wertvolles Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung und Verbreitung innovativer Ansätze. Wir etablieren und stärken Formate für den regelmäßigen, fächer- und statusgruppenübergreifenden Austausch über didaktische Methoden und gute Lehrpraxis und begleiten sie mit hochschuldidaktischer Expertise.

3.2.5 Kompetenzorientierte Prüfungen konzipieren

Unsere Prüfungen sind klar an den relevanten Qualifikationszielen ausgerichtet und eng mit den eingesetzten Lehrmethoden verzahnt. Wir nutzen unsere Gestaltungsspielräume, um Prüfungen zu konzipieren, die eine valide und differenzierte Beurteilung der erreichten Lernergebnisse ermöglichen.

3.2.6 Faire Bewertung durch klare Standards sicherstellen

Wir stellen sicher, dass Bewertungskriterien klar kommuniziert und nachvollziehbar angewendet werden. Studierende erhalten zeitnah konstruktives Feedback, das ihnen hilft, ihren Lernstand einzuschätzen. Dazu entwickeln wir Orientierungshilfen, treiben harmonisierte Korrekturstandards voran und prüfen die Einführung von Betreuungsvereinbarungen für Abschlussarbeiten.

Die Heterogenität unserer Studierenden erfordert Beratungs- und Betreuungskonzepte, die über standardisierte Angebote hinausgehen. Wir stehen für eine wertschätzende Betreuungskultur, die sich in der verlässlichen Betreuung akademischer Arbeiten, transparenten Erwartungen und herrschaftsfreier Kommunikation zeigt. Individuelle Begleitung bedeutet für uns, Studierende in ihrer spezifischen Situation wahrzunehmen und passende Unterstützung anzubieten. Innovative Ansätze wie Peer-Mentoring und digitale Betreuungstools erweitern das Spektrum der Möglichkeiten. Das übergeordnete Ziel bleibt dabei stets die Stärkung studentischer Autonomie.

3.3.1 Verlässliche Betreuung sicherstellen

Wir fördern eine Kultur der verlässlichen und wertschätzenden Betreuung bei der Anfertigung von Studien- und Abschlussarbeiten. Sie basiert auf transparenten Erwartungen an die Zusammenarbeit und einer offenen, wertschätzenden Kommunikation zwischen Studierenden und Betreuenden.

3.3.2 Flexible Unterstützung für heterogene Bedarfe

Wir bauen unsere Beratungs- und Mentoringangebote für unterschiedliche Studierendengruppen weiter aus und vernetzen sie besser. Dies betrifft besonders Studienanfänger, internationale Studierende und Studierende mit besonderen Herausforderungen.

3.3.3 Innovative Beratungsansätze entwickeln und erproben

Wir erproben innovative Ansätze zur Optimierung der Beratungsqualität, die auch unter veränderlichen individuellen und organisationalen Rahmenbedingungen für die Studierenden wirksam sind. Dazu können Peer-Mentoring, digitale Werkzeuge oder die Förderung von Selbstlernkompetenzen gehören.

3.3.4 Selbstgesteuertes Lernen ermöglichen und fördern

Wir bestärken Studierende darin, ihr Studium und ihren Lernprozess eigenverantwortlich zu gestalten und unterstützen ihre Autonomie. Wir machen strukturierte Angebote zur Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lernfortschritt und ermutigen unsere Studierenden zur aktiven Nutzung von Unterstützungsangeboten.

4 Qualität von allen Seiten – Gute Lehre mit System

Ohne unterstützende Rahmenbedingungen kann Lehre nicht gelingen. Dieses Kapitel widmet sich den strukturellen Voraussetzungen dafür: Von der partizipativen Qualitätsentwicklung über die Professionalisierung der Lehrenden bis zur inklusiven Infrastruktur und serviceorientierten Verwaltung. Wir zeigen, wie diese Elemente ineinandergreifen und gemeinsam ein Umfeld schaffen, in dem Lehrende und Lernende ihre Potenziale entfalten können.

Wir wollen eine Qualitätskultur entwickeln, in der formale Abläufe und gelebte Praxis Hand in Hand gehen – wo Evaluation zu Entwicklung führt, Partizipation ernst gemeint ist und sich Verwaltung und Wissenschaft als Partner verstehen. Als systemakkreditierte Universität haben wir die Freiheit und die Verantwortung, unser Qualitätsmanagement selbst zu gestalten. Wir nutzen diese Autonomie, um Prozesse zu entwickeln, die nicht nur formal korrekt, sondern vor allem wirksam sind. Klare Strukturen und definierte Schnittstellen sorgen für bessere Kommunikation.

4.1.1 Qualität durch geschlossene Regelkreise sichern

Wir wenden unser Qualitätsmanagementsystem für Studium und Lehre konsequent auf Basis geschlossener Regelkreise an und entwickeln es stetig weiter. Dies umfasst alle Aspekte von Studium und Lehre, von der Studiengangentwicklung über die Qualitätssicherung internationaler Programme und akademischer Weiterbildungsangebote bis hin zur Evaluation unserer Lehrveranstaltungen.

4.1.2 Partizipative Qualitätskultur entwickeln

Wir stärken die aktive Beteiligung von Studierenden, Lehrenden und des wissenschaftsstützenden Personals an allen Qualitätsentwicklungsprozessen. Transparente Verfahren und geeignete Kommunikationsformate stellen sicher, dass alle Perspektiven in die Analyse und Weiterentwicklung von Studium und Lehre einfließen können.

4.1.3 Rollen klären und Zusammenarbeit optimieren

Wir definieren die Rollen, Zuständigkeiten und Schnittstellen aller am Qualitätsmanagement beteiligten Einheiten klar und nutzen ihre Expertise systematisch. Eine effektive Zusammenarbeit und Abstimmung dieser Einheiten untereinander sowie mit den Fakultäten betrachten wir als entscheidend für wirksame Unterstützungsprozesse.

Kompetente und engagierte Lehrende sind entscheidend für den Lernerfolg unserer Studierenden. Wir unterstützen ihre professionelle Entwicklung durch wirkungsorientierte, wissenschaftlich fundierte Angebote der hochschuldidaktischen Weiterbildung. Individuelle und kollegiale Beratungsformate ergänzen das Programm und schaffen Räume für Reflexion und Innovation. Wir nehmen Evaluation und Feedback von Lehre ebenso in den Blick wie Lehre als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung. Damit fördern wir das Verständnis über den universellen Einfluss didaktischer Fähigkeiten auf das Lehren und Lernen sowie ihre Bedeutung bei der Personalakquise. Mit dem Fokus auf eine nachhaltigkeitsorientierte, inklusive Lehr-Lern-Kultur stellen wir sicher, dass ausgezeichnete Lehre allen Studierenden zugutekommt – heute und in Zukunft.

4.2.1 Didaktische Professionalisierung in allen Karrierestufen ermöglichen

Als Netzwerkpartner hochschuldidaktischer Einrichtungen in Bayern bieten wir ein bedarfsgerechtes und differenziertes hochschuldidaktisches Weiterbildungsprogramm an, das wir kontinuierlich weiterentwickeln. Es richtet sich an Lehrende aller Karrierestufen und vermittelt im Rahmen des „Zertifikats Hochschullehre der Bayerischen Universitäten“ sowohl grundlegende als auch spezifische didaktische Kompetenzen, etwa den Einsatz von KI, die Heranführung Studierender an Forschungsprozesse oder die Erschließung von Nachhaltigkeitsaspekten in der fachwissenschaftlichen Lehre.

4.2.2 Individuelle Beratung und kollegialen Austausch fördern

Wir bauen niedrigschwellige Angebote zur individuellen didaktischen Beratung sowie Formate zum kollegialen Austausch und zur Hospitation weiter aus. Der Austausch von Erfahrungen und die gemeinsame Reflexion sind wertvolle Instrumente der Professionalisierung.

4.2.3 Lehrkompetenz bei der Personalakquise berücksichtigen

Wir legen Wert darauf, dass nachgewiesene Lehrkompetenz in Berufungs- und Einstellungsverfahren Berücksichtigung findet. Die Einholung von Lehrkonzepten, Lehrevaluationen und gegebenenfalls Lehrproben ist dabei Teil der etablierten Praxis.

4.2.4 Lehre evidenzbasiert weiterentwickeln

Wir setzen zur gezielten Unterstützung der Qualitätsentwicklung in der Lehre wissenschaftlich fundierte Feedbackinstrumente ein. Aus den Evaluationsergebnissen leiten wir Möglichkeiten zur individuellen hochschuldidaktischen Weiterentwicklung ab. Dabei messen wir Transparenz im Umgang mit Feedback und dessen Weiterverarbeitung besondere Bedeutung zu.

4.2.5 Lehre forschend erschließen und weiterentwickeln

Wir verstehen die Professionalisierung der Lehre als einen kontinuierlichen Prozess, der sich auf Erkenntnisse der Hochschuldidaktik als wissenschaftlicher Disziplin stützt. Deshalb fördern wir eine Kultur, in der Lehrende ihre Praxis systematisch reflektieren und auf wissenschaftlicher Grundlage weiterentwickeln – etwa durch Ansätze wie das Scholarship of Teaching and Learning, Aktionsforschung, Design-Based Research oder Educational Design Research.

4.2.6 Eine nachhaltigkeitsorientierte, inklusive Lehr- und Lernkultur fördern

Wir bestärken und unterstützen Lehrende dabei, unseren Anspruch einer nachhaltigkeitsorientierten, inklusiven Lehr- und Lernkultur zur Geltung zu bringen. Das schließt insbesondere die Förderung der Sichtbarkeit universitätsweiter Beratungs- und Unterstützungsangebote für Studierende ein.

Unsere Universität soll eine Lernumgebung sein, die inspiriert und befähigt. Die Universitätsbibliothek bleibt dabei unverzichtbarer Ankerpunkt. Wir stellen eine moderne Infrastruktur bereit, die vielfältige Szenarien und Settings unterstützt. Von flexibel nutzbaren Seminarräumen über hybride Veranstaltungsformate bis zu digitalen Kollaborationstools: Unsere Ausstattung entwickelt sich mit den pädagogischen Anforderungen. Dabei orientieren wir uns an aktuellen Erkenntnissen der Lehr-Lern-Forschung und den realen Bedürfnissen unserer Studierenden und Lehrenden. Dazu gehört der kontinuierliche Abbau von Barrieren für eine gleichberechtigte Teilhabe aller.

4.3.1 Flexible und zeitgemäße Raumkonzepte realisieren

Wir statten unsere Hörsäle, Seminar- und Gruppenarbeitsräume bedarfsgerecht aus und modernisieren sie regelmäßig, auch im Hinblick auf hybride Veranstaltungsformate und Kriterien der Nachhaltigkeit. Dabei berücksichtigen wir Erkenntnisse der Lehr-Lern-Forschung und streben eine flexible Ausstattung an, die unterschiedliche didaktische Settings unterstützt.

4.3.2 Digitale Infrastruktur für Lernen, Lehren und Prüfen bereitstellen

Wir stellen eine leistungsfähige, nutzerorientierte und zugängliche digitale Infrastruktur als Fundament für moderne Lehr-Lern- und Verwaltungsprozesse bereit. Dazu zählen die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Lernmanagement-Systeme, die Schaffung der technischen und organisatorischen Voraussetzungen für elektronische Prüfungen sowie ein verlässlicher technischer und mediendidaktischer Support.

4.3.3 Die Universitätsbibliothek als Lern- und Wissensort sichern

Unsere Universitätsbibliothek ist ein etablierter Lern- und Wissensort mit aktueller Literatur und attraktiven Studienarbeitsplätzen. Wir sichern dieses hochwertige Angebot und die Förderung von Informationskompetenz sowie den Zugang zu Wissen.

4.3.4 Zugänglichkeit und Teilhabe für alle gewährleisten

Wir setzen unsere Bemühungen um den kontinuierlichen Abbau baulicher, technischer und kommunikativer Barrieren konsequent fort, um allen Universitätsmitgliedern eine möglichst umfassende Teilhabe zu ermöglichen.

Wir begreifen Diversität als Teil unserer akademischen Organisationskultur und als notwendige Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit. Toleranz und Chancengerechtigkeit sind Grundbedingungen wirksamer Lehre und gelingenden Lernens. Deshalb stellen wir faire Prüfungsbedingungen her, flexibilisieren unsere Studienangebote, bekennen uns zu sprachlicher Vielfalt und schützen alle Universitätsangehörigen gleichermaßen vor Diskriminierung und Benachteiligung.

4.4.1 Nachteilsausgleiche einfach, fair und transparent regeln

Wir harmonisieren die Verfahren zum Nachteilsausgleich für Studierende universitätsweit und in Abstimmung mit den staatlichen Prüfungsämtern und kommunizieren sie transparent.

4.4.2 Familienfreundliche Studienstrukturen schaffen

Wir verbessern die strukturellen Rahmenbedingungen weiter, um die Vereinbarkeit von Studium und familiären Verpflichtungen zu erleichtern. Dazu gehören flexible Studienmodelle, bedarfsgerechte Betreuungsangebote und eine aufgeklärte Lehr- und Verwaltungskultur.

4.4.3 Sprachenbildung strategisch entwickeln

Sprache ist Trägerin kultureller Vielfalt, Medium des wissenschaftlichen Diskurses und Voraussetzung globaler Handlungsfähigkeit. Wir bekennen uns zur Bedeutung sprachlicher Bildung als integrales Element von Chancengerechtigkeit, akademischer Teilhabe und Studienerfolg. Deshalb erarbeiten wir eine institutionelle Sprachenpolitik, die unser Universitätsprofil vervollständigt und allen Universitätsmitgliedern den Zugang zu einer vielfältigen Sprachenbildung ermöglicht.

4.4.4 Schutz vor Diskriminierung und Benachteiligung stärken

Unsere Strukturen und Anlaufstellen zum Schutz vor Diskriminierung und Benachteiligung sollen gut sichtbar und leicht zugänglich sein. Wir verbessern die Kommunikation von Zuständigkeiten und Verfahren, um niedrigschwellige Hilfe und Prävention zu gewährleisten. Wir verankern Geschlechterkompetenz durch Sensibilisierungs-, Schulungs- und Dialogangebote für alle hochschulischen Zielgruppen.

Die Mitarbeitenden unserer Universitätsverwaltung tragen Verantwortung für die Verwirklichung von Rechtsstaatlichkeit in allen Aspekten unserer Hochschule. Sie sind genauso Garanten für chancengleiches und selbstbestimmtes Studieren wie für freies und interessengeleitetes Lehren. Sie ermöglichen und unterhalten den Universitätsbetrieb und tragen durch ihre Tätigkeit zum Gelingen von Lehre und Studium bei. Wir wollen diese Serviceorientierung als Leitprinzip stärken. Entscheidend dafür ist die Entwicklung einer Kultur der Zusammenarbeit, die auf Dialog und gegenseitiges Rollenverständnis setzt. Wenn Wissenschaft und Verwaltung als Partner agieren, entstehen Lösungen, die beiden Seiten gerecht werden. Digitalisierung und Prozessoptimierung sind dabei Mittel zum Zweck – sie schaffen Freiräume für Beratung und Innovation.

4.5.1 Schlanke Prozesse für bessere Lehre

Wir überprüfen, optimieren und, wo sinnvoll, digitalisieren studien- und lehrbezogene Verwaltungsprozesse kontinuierlich. Ziel ist es, Abläufe zu vereinfachen, Redundanzen abzubauen und durch klare Zuständigkeiten sowie transparente Verfahrensstände die Servicequalität für alle Nutzergruppen zu erhöhen.

4.5.2 Gelingende Lehre durch Partnerschaft

Gute Kommunikation und eine Kultur der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Verwaltung sind uns sehr wichtig. Ein frühzeitiger Austausch und gegenseitiges Verständnis sind essenziell für tragfähige Lösungen in Studium und Lehre. Mehrsprachige Servicestrukturen unterstützen die internationale Ausrichtung der Universität.

4.5.3 Reibungslose Prüfungsabläufe gewährleisten

Wir richten die organisatorischen Abläufe im Prüfungswesen auf Effizienz und Studierendenfreundlichkeit aus. Das beinhaltet verlässliche Planung, angemessene Prüfungsdichte, klare Regelungen für Korrektur- und Wiederholungsfristen, Flexibilität zur Berücksichtigung von Einzelfällen sowie reibungslose und weitestgehend automatisierte digitalisierte Prozesse.

5 Übergänge und Transfer – Uni und Welt verbinden

Universitäre Bildung erfüllt ihren Zweck erst, wenn sie über die Hochschule hinaus wirkt. In diesem abschließenden Kapitel beschreiben wir, wie wir Übergänge vom Studienbeginn bis zum Berufseinstieg professionell gestalten und durch transferorientierte Lehre den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern. So werden unsere Studierenden zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern des Wissenstransfers.

Bildungserfolg braucht gelingende Übergänge und bedeutsame Weltbezüge. Deshalb entwickeln wir ein kohärentes System der Übergangsgestaltung, das Orientierung gibt, ohne Pfade vorzuschreiben. Durch umfassende Einführungsangebote und transparente Verfahren erleichtern wir das Ankommen unserer Studierenden im universitären Kontext. Wir ermöglichen ihnen in allen Studienphasen die Erkundung von Karrierepfaden in wissenschaftlichen, wissenschaftsnahen und wissensbezogenen Tätigkeitsfeldern im In- und Ausland. Zur systematischen Vorbereitung unserer Studierenden auf den Übergang in den Beruf gehören Formate zur Förderung von Mehrsprachigkeit und unternehmerischen Denkens ebenso wie der Austausch mit unseren Alumni und vielfältige Vernetzungsangebote.

5.1.1 Gute Startbedingungen für unsere Studierenden schaffen

Wir verbessern unsere Angebote zur Orientierung und Unterstützung für Studienanfängerinnen und -anfänger weiter. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, Beratungsangebote sowie transparente Verfahren bei der Einschreibung und der Anerkennung von Vorleistungen. Wir prüfen die Einführung erfolgreicher Modelle, beispielsweise Orientierungsstudien.

5.1.2 Theorie und Praxis produktiv verbinden

Wir integrieren Praxiserfahrungen in unsere Studiengänge, um Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen und praxisrelevante Kompetenzen zu vermitteln, wo dies fachlich und strukturell möglich ist. Dies gilt in besonderem Maße für die Lehrkräftebildung. Wir unterstützen unsere Lehrenden darin, die Expertisen und internationalen Netzwerke unserer Alumni als wertvolle Ressource für die Weiterentwicklung ihrer Lehrveranstaltungen zu erschließen.

5.1.3 Unternehmerisches Denken und Handeln fördern

Wir fördern unternehmerisches Denken und Handeln als universitätsweites Angebot. Dabei bauen wir auf etablierten Strukturen unserer Gründungsförderung, wie PATEC, auf. Spezifische Lehrformate und Unterstützungsstrukturen sollen dazu anregen, Gründungsideen zu entwickeln und Innovationspotenziale zu heben.

5.1.4 Übergänge in den Beruf bedarfsgerecht unterstützen

Wir fördern den erfolgreichen Übergang in den Beruf durch eine systematische Karrierebegleitung. Dies umfasst die Weiterentwicklung bedarfsgerechter Angebote zur Beratung, zur Vermittlung von Praxiserfahrungen und zur Vernetzung mit der Arbeitswelt.

5.1.5 Globale Handlungsfähigkeit durch Sprachenbildung sichern

Authentische Sprachbeherrschung ermöglicht es unseren Absolventinnen und Absolventen, eine transkulturelle akademische Identität zu entwickeln und in globalen Arbeitsumgebungen erfolgreich zu agieren. Auf der Grundlage einer institutionellen Sprachenpolitik fördern wir deshalb Mehrsprachigkeit als entscheidende Qualifikation für erfolgreiche Übergänge in internationale Tätigkeitsfelder.

Als Universität tragen wir nicht nur besondere Verantwortung dafür, wissenschaftliche Erkenntnisse und Perspektiven aktiv in öffentliche Diskurse einzubringen. Wir stehen ebenfalls in der Pflicht, jene Freiheit zu bewahren, die selbstbestimmtes Lernen, Lehren und Forschen an unserer Universität erst möglich macht. Das kann nur gemeinsam mit Menschen gelingen, die unsere Arbeit verstehen und unserem Urteil vertrauen. Deshalb schaffen wir erweiterte Bildungsräume, in denen die Grenzen zwischen Universität und Gemeinwesen durchlässig werden – Räume für co-kreatives Lernen, in denen Studierende, Lehrende und Akteure des Gemeinwesens zusammen an realen Herausforderungen arbeiten. Einen Beitrag dazu leisten Open Educational Resources (OER), deren Produktion und Einsatz in der Lehre wir stärken wollen. Citizen-Science-Projekte demokratisieren Forschungsprozesse und bereichern die Lehre durch externe Perspektiven. Mit transferorientierten Formaten befähigen wir unsere Studierenden zum Wissenschaftsdialog, ermöglichen den Einsatz ihrer Kompetenzen und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.

5.2.1 Transferorientierte Lehr- und Lernformate entwickeln und fördern

Wir betrachten gesellschaftliches Engagement als wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung unserer Studierenden. Wir entwickeln und fördern Lehre, die den Transfer wissenschaftlichen Wissens in gesellschaftliche oder berufliche Kontexte ermöglicht. Dazu zählen beispielsweise mit Akteuren des Gemeinwesens realisierte Projekte der Bildung für nachhaltige Entwicklung, des Service-Learnings oder der studentischen Rechtsberatung (law clinics).

5.2.2 Das Gemeinwesen ins Seminar holen

Partizipative Formate, zum Beispiel in Kooperation mit lokalen Nachhaltigkeitsprojekten oder Umwelt- und Sozialthemen, können das Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsprozesse fördern und die Lehre bereichern. Wir ermutigen alle Lehrenden, Möglichkeiten zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in Lehr- und Forschungsprozesse (Citizen Science) stärker zu nutzen und zu erproben.

5.2.3 Regionalen und überregionalen Wissenstransfer stärken

Wir stärken den Beitrag unserer Lehrangebote zum Wissensaustausch mit regionalen, überregionalen und internationalen Akteuren weiter. Dies umfasst die Öffnung geeigneter Lehrveranstaltungen sowie die Entwicklung spezifischer Formate, die Dialog und Zusammenarbeit fördern.

5.2.4 Über Wissenschaft sprechen können

Wir befähigen unsere Studierenden zur wirksamen Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte und Methoden. Unsere Lehrenden unterstützen wir dabei, Wissenschaftsdialog in ihrer Lehre systematisch zu adressieren. Wir fördern mehrsprachige Formate in der Wissenschaftskommunikation, um verschiedene Zielgruppen zu erreichen und Barrieren abzubauen.

5.2.5 Offene Wissenschaft durch freie Bildungsmaterialien stärken

Wir fördern die Verwendung, Erstellung und Verbreitung von Open Educational Resources (OER) als Beitrag zur Demokratisierung wissenschaftlichen Wissens – sowohl im Sinne von Bildung zur nachhaltigen Entwicklung als auch im Sinne einer Bildung, die selbst nachhaltig ist. Wir ermutigen und unterstützen unsere Lehrenden, frei zugängliche Lehr- und Lernmaterialien zu nutzen sowie eigene Inhalte zu teilen.

Reden Sie mit!

Im Leitbild für die Lehre wird akademische Bildung als „Auftrag an alle“ verstanden. Deshalb legt die Universitätsleitung großen Wert darauf, dass im Strategieprozess alle Stimmen gehört werden. Sie sind herzlich eingeladen mitzureden. Mit dem Formular unten können Sie Ihre Gedanken zur Lehrstrategie völlig anonym einbringen. Verzichten deshalb bitte auf die Angabe persönlicher Daten von Ihnen oder Dritten. Wenn Sie einen persönlichen Austausch wünschen, schreiben Sie gern direkt an den Strategieverantwortlichen, Danny Krull.

Das Beteiligungformular wird nur angezeigt, wenn Sie diese Seite aus dem Netzwerk der Universität Passau heraus aufrufen.

Hinweis

Einige Inhalte auf dieser Seite sind nur im Intranet der Universität sichtbar.

Ich bin damit einverstanden, dass beim Abspielen des Videos eine Verbindung zum Server von Vimeo hergestellt wird und dabei personenbezogenen Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) übermittelt werden.
Ich bin damit einverstanden, dass beim Abspielen des Videos eine Verbindung zum Server von YouTube hergestellt wird und dabei personenbezogenen Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) übermittelt werden.
Video anzeigen